Windräder verfremden Landschaft (Leserbrief in der Dürener Zeitung)

27 November 2010

Josef Hüttemann, Vorsitzender des Eifelvereins Bezirksgruppe Düren-Jülich, schreibt zu einem Artikel der Dürener Zeitung vom 28.10.2010 folgenden Leserbrief, der mit der Position der FDP Kreuzau voll inhaltlich übereinstimmt:

“Lassen wir nicht nur “de Dom en Kölle”, wie es im Lied heißt, sondern lassen wir nicht zu, dass Windkraftanlagen (WKA), die einschließlich ihrer Rotorblätter die Höhe des Kölner Doms erreichen, in die Eifel und ihr Vorland hineingebaut werden. Schon vor Jahren hat der Eifelverein gefordert, vom weiteren Ausbau der Windkraft in der Eifel abzusehen, weil das Maß des noch Naturverträglichen mit mehr als 500 WKA überschritten ist. Aufgrund ihrer Höhe und ihres Rotierens sprengen WKA jeden gewohnten landwirtschaftlichen Maßstab, drängen sich jedem Betrachter unentziehbar auf und verfremden völlig das Erscheinungsbild einer Mittelgebirgslandschaft. Auf Naturparke, Landschaftsschutz- und Erholungsgebiete wird keine Rücksicht genommen. Wenn jetzt noch die Höhenbegrenzungen von WKA entfallen sollen, werden Eingriffe in das gesetzlich geschützte Landschaftsbild noch massiver.

Deshalb ist die Entscheidung der Gemeinde Kreuzau zu begrüßen, in Thum keine WKA in “Kölner-Dom-Höhe” zuzulassen. Im Vorland der Eifel würden derart übergroße Anlagen das herkömmliche Landschaftsbild industriell völlig überlagern und total verändern.

Wenn wir in Deutschland weiter auf Windkraft setzen, dann sollten neue und vor allem große Anlagen nicht im Binnenland sondern vor der Küste gebaut werden. Dort haben sie wegen der weitaus besseren Windverhältnisse eine erheblich bessere Stromausbeute. Im Binnenland kommen die WKA in ihrer Arbeitsleistung über das Jahr gerechnet nur auf weniger als 20 Prozent ihrer Nennleistung. Allerdings werden die Kosten für die Nutzung von Windkraft dann weiter steigen. Bereits jetzt bezahlen wir mit steigender Tendenz als Stromkunden jährlich mehr als 2,5 Milliarden Euro über den Strompreis für die Einspeisung von Windstrom in das allgemeine Stromnetz.”