Pressebericht: Die Fassaden sollen zur Landschaft passen – Kontroverse Diskussion im Kreuzauer Hauptausschuss zu Plänen der Niederauer Mühle

29 Januar 2010

Die Dürener Zeitung  veröffentlichte am 29.01.2010 folgenden Bericht zu den Plänen der Niederauer Mühle:

Kreuzau. Schwarz-Gelb gegen Rot-Grün – im Kreuzauer Haupt- und Finanzausschuss gingen die Meinungen in punkto Niederauer Mühle auseinander. Die besitzt seit 2006 die Genehmigung , eine neue Halle für eine dritte Papiermaschine (PM3) sowie eine Rollentransportanlage zu bauen und auf eine neue Energieversorungsanlage (Gas) umzustellen.

Die neue Papiermaschinenhalle soll an den bestehenden Gebäudekomplex Richtung Winden angebaut werden. Verzichten will die Firma auf das Rollentransportlager, will wegen der kürzeren Transportwege ein Rollenlager an die neue Halle anbauen, mit 23 Meter drei Meter höher als diese. Bisher war geplant, das Lager in alten Hallen unterzubringen. Außerdem möchte die Firma nicht auf Gas, sondern auf Öl umstellen.

Weil Papiermaschinenhalle und Lager teilweise außerhalb der Grenzen des Bebauungsplanes liegen, beantragte die Firma eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes. Für Verwaltung und Schwarz-Gelb kein Problem, für Rot-Grün wohl, weil die Niederauer Mühle möglicherweise die Verarbeitung der Tetrapaks von der PM2 auf die PM3 verlagern will. Dies darf sie nur – wie auch die Umstellung der Energieversorgung -, wenn Gutachten nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BimSchG) dem nicht widersprechen. Während für Verwaltung, CDU und FDP die Verfahren zwei verschiedene darstellen, sahen SPD und Grüne es anders. Tenor: Nein zu der Befreiung, weil man der Firma nicht den kleinen Finger reichen wolle.

Für Bauamtsleiter Siegfried Schmühl nicht verständlich: “Die Baukörper haben nichts mit einem Bimsch-Änderungsantrag zu tun”. Die Situation könne sich, betonte Bürgermeister Walter Ramm, für die Anwohner der Firma, speziell der am Üdinger Weg, nur verbessern, wenn die Tetrapaks auf der PM3 verarbeitet würden und das Rollenlager gebaut würde. Außerdem waren sich Verwaltungschef und Bauamtsleiter einig: “Wenn der BimSchG-Antrag kommt, können wir die Daumenschrauben anlegen”, sagte Ramm. Schmühl ergänzte: “Den werden wir sehr genau beobachte(n).” SPD und Grüne ließen sich nicht umstimmen. So votierten CDU und FDP für die Befreiung, wobei in den Beschlussvorschlag einen Wunsch der Freidemokraten aufgenommen wurde. Die Fassaden sollen zur Landschaft passen. (sis)