Schülerfahrtkosten in Drove (Brief an den Bürgermeister)

24 Juni 2009

An den

Bürgermeister der

Gemeinde Kreuzau

Bahnhofstraße 7

52372 Kreuzau                                                                               18. Juni 2009

Übernahme von Fahrtkosten für die Schülerinnen und Schüler aus Drove ab dem Schuljahr 2009/2010

Hier: Ihre Mitteilungen für den Rat am 16.06.2009

Bericht der DZ vom 18.06.2009  „Ratsherr Ingo Eßer sieht den Schulweg immer noch als gefährlich an.“

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

auch uns hat Ihre Mitteilung im Gemeinderat sehr überrascht. Wir möchten daher Herrn Kollegen Eßer für seine schnelle Reaktion danken und uns seinen Ausführungen in Presse vom heutigen Tage vollinhaltlich anschließen.

In den Sommermonaten, wenn es also hell ist, mag alles kein Problem sein. In der dunklen Jahreszeit wäre es jedoch schon verwegen zu behaupten, der Schulweg nach Kreuzau sei nach der Neugestaltung des Verkehrsknotens L 249/K28 nicht mehr besonders gefährlich.

  1. Das Problem, dass die Kinder die Drovestraße hinter den Offiziershäusern bis zum Kreisverkehr ohne Bürgersteig und Randstreifen auf der Fahrbahn begehen müssen, besteht nach wie vor. Dies ist auf der im Berufsverkehr viel befahrenen Drovestraße bei Dunkelheit mit Sicherheit eine besonders gefährliche Situation für die Kinder!
  2. Der Überweg vor dem Kreisverkehr auf der L 249 bleibt bei Dunkelheit aus folgenden Gründen hochgefährlich. Die aus Nideggen einfahrenden Fahrzeughalter können, unabhängig von der Höhe der Anschüttung im Kreisel (Käsekuchen) bereits von weitem erkennen, ob aus Richtung Kreuzau Fahrzeuge einfahren wollen oder nicht. Sind aus dieser Richtung keine Fahrzeuge erkennbar, wird mancher Autofahrer sich darauf konzentrieren, sich sehr zügig in den Kreisverkehr einzufädeln. Besonders bei Nässe, Dunkelheit und Scheinwerferlicht können dabei sehr leicht Personen übersehen werden, die von der Drover Seite kommend die Straße überqueren wollen. Da Stoppschilder bei einem Kreisverkehr aus Gründen des Verkehrsflusses kontraproduktiv sind, müsste hier schon ein beleuchteter Überweg mit Zebrastreifen installiert werden. Erst dann könnte davon ausgegangen werden, dass der Schulweg an dieser Stelle nicht mehr besonders gefährlich sei.
  3. Ganz besondere Sorge bereitet uns der Umstand, dass der von den Schülern zu begehende kombinierte Rad- und Fußweg oberhalb der L 249 von der Kreispolizeibehörde als nicht besonders gefährlich eingeschätzt wird. Dieser Weg ist, wie von Herrn Eßer richtig ausgeführt, in der Tat stockdunkel. Er hat streng genommen die Qualität eines asphaltieren Feldweges. Autofahrer werden von unten bei Dunkelheit, Nässe und dem Scheinwerferlicht entgegenkommender Autos nicht sehen können, was sich über ihnen auf dem Fußweg abspielt. Wir möchten dann nicht das Gejammer der Polizei hören, wenn es einmal zu kriminellen Übergriffen gerade auf diesem Streckabschnitt des Schulweges kommen würde.

Wie Sie wissen, ist die Kreuzauer FDP-Fraktion immer dafür, dem Gemeindehaushalt Ausgaben zu ersparen. In diesem Fall verstehen wir allerdings nicht die Eile, mit der Sie die Abschaffung der Fahrtkostenübernahme betrieben haben. Hier geht es um das Wohl und die Sicherheit der betroffenen Kinder. Wir unterstützen hier die Auffassung von Herrn Kollegen Eßer voll und ganz, Die Eltern werden ihre Kinder in keinem Fall in der dunklen Jahreszeit alleine auf diesen nach wie vor gefährlichen Schulweg schicken. Die Versagung der Übernahme der Fahrtkosten wäre, so hart es auch klingen mag, in diesem Fall aus unserer Sicht „reine Abzocke“.

Wir hoffen sehr, dass Sie die Angelegenheit noch einmal überprüfen und die Fahrkosten dann nach wie vor übernehmen werden.

mit freundlichen Grüßen

gez. Egbert Braks (Fraktionsvorsitzender)

Kopien an

Herrn Ingo Eßer (Fraktionsvorsitzender der CDU)

Herrn Rolf Heidbüchel (Fraktionsvorsitzender der SPD)

Herrn Wolfgang Burmester (Fraktionsvorsitzender von Bündnis90/Die Grünen

Herrn Franz Sistemich (Dürener Zeitung)